Ex oder Stegreifaufgabe, Schulaufgabe oder Klausur, mündliche Abfrage oder Colloquium, für Schüler furchteinflößende Worte. Doch nicht nur der Leistungsdruck von Seiten der Lehrer bzw. Schuleinrichtung ist Schuld an der sogenannten Schulangst; häufig sind neben Pädagogen ebenfalls Mitschüler und Eltern Ursache für das Unbehagen vieler Kinder und Jugendlicher beim Gedanken an „Schule“.
„Je jünger das Kind ist, umso mehr ist mit körperlichen Ausdrucksformen der Schulangst in Form von Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein zu rechnen. Auch andere „Stressausdrucksformen“ wie Fingernägelkauen, Einnässen oder Schlafstörungen können Ausdruck einer Schulangst sein“[1],
so ein Artikel der Seite Wikipedia. FOCUS Schule Online berichtet ebenfalls davon, dass jedes siebte betroffene Kind noch nicht einmal zwölf Jahre alt sei. Weiterhin litten mehr Jungen als Mädchen, auffallend viele Einzelkinder, und vor allem „fleißige, leistungswillige und feinfühlige Kinder, wohlerzogen, mit guten Manieren“[2] an Gymnasien unter Schulangst.
Möglicherweise ist das Konkurrenzklima an Gymnasien stärker als an Haupt- und Realschulen und der Leistungsdruck größer. Auch spielt der jeweilige Lernerfolg des Schülers eine Rolle. Infolgedessen kommt es nicht selten zu intellektueller Überforderung, wenn das Kind Anforderungen von weiterführenden Schulen nicht zu erfüllen vermag.
Neben pädagogischen Gesichtspunkten ist das Arbeitsklima an Schulen ebenfalls von großer Bedeutung. So spielt Mobbing von Seiten der Mitschüler oder unsensibles Verhalten der Lehrkörper eine ebenso beeinflussende Rolle. Das Kind erfährt Demütigung und Feindseligkeit, was den alltäglichen Gang in die „Pauke“ in einen Höllentrip verwandeln kann.
Kinder und Jugendliche fühlen sich morgens schlecht, möchten nicht in die Schule gehen, sprechen von Hass und zeigen Krankheitssymptome. Schlaflose Nächte, schweißgebadetes Aufwachen, Zittern, Kopfschmerz und Brechreiz – um nur einige Symptome zu nennen, die körperliche Anzeichen vom Verdrängen der Angst sind.
Nichtsdestotrotz raten Experten, dem Kind ein „sich Durchbeißen“ zu lehren und nicht gleich beim ersten Anzeichen alle Ampeln auf rot zu schalten. Es muss nicht heißen, dass der Schüler ein Drückeberger ist, wenn er nicht in die Schule gehen möchte weil er unter Bauchschmerz leidet, dennoch ist genauestens darauf zu achten, ob der Sprössling simuliert.
Wenn Kinder jedoch über einen Zeitraum von ca. sechs Wochen hinweg leiden ohne dass es einen nachvollziehbaren Grund gibt; wenn sie beispielsweise gut gelernt haben, aber vor lauter Aufregung nicht einmal mehr die Aufgabenstellung verstehen, sind Maßnahmen zu ergreifen.
Nun gilt es von Seiten der Bezugspersonen, die Angst zu thematisieren, das Gespräch zu suchen, um Ursachen ausfindig zu machen und konkret darauf zu reagieren. Meist ist schon allein das Wahrnehmen der Angst von Seiten von Eltern und/oder Lehrern und das Zugehen auf den Schüler Maßnahme genug, um die Furcht zu vermindern. Auch helfen Entspannungsübungen oder individuelle Lernhilfen. Bei langanhaltender Schulangst ist es ratsam, professionelle Hilfe zu suchen.[3]
Falscher Ergeiz ist sowohl von Seiten der Lehrer als auch von Seiten der Eltern unangebracht. Zu hohe Ansprüche blockieren nicht selten das Denken der Kinder und Jugendlichen und können letztendlich zu schlechteren Leistungen führen.
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Schulangst
[2] http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/schulangst/schulangst_aid_24699.html
[3] http://www.stangl.eu/psychologie/praesentation/schulangst.shtml
