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„Und schon wieder eine Ex !“

31. August 2010

Ex oder Stegreifaufgabe, Schulaufgabe oder Klausur, mündliche Abfrage oder Colloquium, für Schüler furchteinflößende Worte. Doch nicht nur der Leistungsdruck von Seiten der Lehrer bzw. Schuleinrichtung ist Schuld an der sogenannten Schulangst; häufig sind neben Pädagogen ebenfalls Mitschüler und Eltern Ursache für das Unbehagen vieler Kinder und Jugendlicher beim Gedanken an „Schule“.

„Je jünger das Kind ist, umso mehr ist mit körperlichen Ausdrucksformen der Schulangst in Form von Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein zu rechnen. Auch andere „Stressausdrucksformen“ wie Fingernägelkauen, Einnässen oder Schlafstörungen können Ausdruck einer Schulangst sein“[1],

so ein Artikel der Seite Wikipedia. FOCUS Schule Online berichtet ebenfalls davon, dass jedes siebte betroffene Kind noch nicht einmal zwölf Jahre alt sei. Weiterhin litten mehr Jungen als Mädchen, auffallend viele Einzelkinder, und vor allem „fleißige, leistungswillige und feinfühlige Kinder, wohlerzogen, mit guten Manieren“[2] an Gymnasien unter Schulangst.

Möglicherweise ist das Konkurrenzklima an Gymnasien stärker als an Haupt- und Realschulen und der Leistungsdruck größer. Auch spielt der jeweilige Lernerfolg des Schülers eine Rolle. Infolgedessen kommt es nicht selten zu intellektueller Überforderung, wenn das Kind Anforderungen von weiterführenden Schulen nicht zu erfüllen vermag.

Neben pädagogischen Gesichtspunkten ist das Arbeitsklima an Schulen ebenfalls von großer Bedeutung. So spielt Mobbing von Seiten der Mitschüler oder unsensibles Verhalten der Lehrkörper eine ebenso beeinflussende Rolle. Das Kind erfährt Demütigung und Feindseligkeit, was den alltäglichen Gang in die „Pauke“ in einen Höllentrip verwandeln kann.

Kinder und Jugendliche fühlen sich morgens schlecht, möchten nicht in die Schule gehen, sprechen von Hass und zeigen Krankheitssymptome. Schlaflose Nächte, schweißgebadetes Aufwachen, Zittern, Kopfschmerz und Brechreiz – um nur einige Symptome zu nennen, die körperliche Anzeichen vom Verdrängen der Angst sind.

Nichtsdestotrotz raten Experten, dem Kind ein „sich Durchbeißen“ zu lehren und nicht gleich beim ersten Anzeichen alle Ampeln auf rot zu schalten. Es muss nicht heißen, dass der Schüler ein Drückeberger ist, wenn er nicht in die Schule gehen möchte weil er unter Bauchschmerz leidet, dennoch ist genauestens darauf zu achten, ob der Sprössling simuliert.

Wenn Kinder jedoch über einen Zeitraum von ca. sechs Wochen hinweg leiden ohne dass es einen nachvollziehbaren Grund gibt; wenn sie beispielsweise gut gelernt haben, aber vor lauter Aufregung nicht einmal mehr die Aufgabenstellung verstehen, sind Maßnahmen zu ergreifen.

Nun gilt es von Seiten der Bezugspersonen, die Angst zu thematisieren, das Gespräch zu suchen, um Ursachen ausfindig zu machen und konkret darauf zu reagieren. Meist ist schon allein das Wahrnehmen der Angst von Seiten von Eltern und/oder Lehrern und das Zugehen auf den Schüler Maßnahme genug, um die Furcht zu vermindern. Auch helfen Entspannungsübungen oder individuelle Lernhilfen. Bei langanhaltender Schulangst ist es ratsam, professionelle Hilfe zu suchen.[3]

Falscher Ergeiz ist sowohl von Seiten der Lehrer als auch von Seiten der Eltern unangebracht. Zu hohe Ansprüche blockieren nicht selten das Denken der Kinder und Jugendlichen und können letztendlich zu schlechteren Leistungen führen.


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Schulangst

[2] http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/schulangst/schulangst_aid_24699.html

[3] http://www.stangl.eu/psychologie/praesentation/schulangst.shtml

“Ich schaffe das”

15. März 2010

Mit dem Rauchen aufhören, Abnehmen, eine Prüfung erfolgreich meistern, den Gipfel des Berges erklimmen oder gar den Berg selbst „versetzen“: unmögliche Dinge schaffen, allein aus der Kraft des eigenen Willens heraus, ist ein psychisches Phänomen, das als „Selbstwirksamkeit“ bezeichnet wird.

Die gezielte Einflussnahme auf Gegebenheiten im täglichen Leben, Gefühle, Vorgänge ist Teil der dafür notwendigen Bewältigungsfantasie. Mental wird hierbei ein inneres Bild von der erfolgreichen Bewältigung der Schwierigkeit kreiert; die Überwindung der Problematik ist gedanklich bereits vollzogen bevor die eigentliche Aufgabenbewältigung erfolgt.

Trick der Selbstwirksamkeit ist es, imaginär über den Punkt hinauszugehen, an dem man normalerweise aufgeben würde.

Deshalb ist zunächst das Wissen ausschlaggebend, ob und welchen „Berg“ man überwinden möchte. Weiterhin sind ein detailliertes und konkretes Bild von der jeweiligen Problematik sowie ihrer erfolgreichen Lösung unabdingbar.

So muss sich ein Raucher im Klaren sein, ob er selbst in der jeweiligen Lebenslage und unter den gegebenen Umständen überhaupt mit dem Rauchen aufhören will. Ist die Entscheidung „Ja ich Will“ gefallen, obliegt es dem Einzelnen, konkrete und wirklichkeitsnahe Bilder mental zu formen und an die Lösung des Problems zu glauben.

Zuversicht und Mut, die Bereitschaft, Mühen auf sich zu nehmen sowie höchste Geduld mit sich selbst, sind neben dem Glauben an die eigene Wirksamkeit immens wichtige Bausteine des „Problemüberwindungsprozesses“.

Selbstwirksamkeit heißt also, an sich selbst zu glauben, seinen Fähigkeiten und sich selbst zu vertrauen sowie aktiv danach zu handeln: „Ich will, denn ich kann!“

Das Konzept der Selbstwirksamkeit („self efficacy“) wurde in den 1980er Jahren von Albert Bandura entwickelt. Er nennt folgende vier Quellen eines starken Gefühls für Selbstwirksamkeit:

  1. Eigene Handlungserfahrungen Erfolge bei der Meisterung von schwierigen Situationen und der Zuschreibung der Erfolge der eigenen Persönlichkeit bzw. der eigenen Fähigkeiten
  2. Stellvertretende Erfahrungen durch Beobachtung anderer, vergleichbarer Personen und dem eigenen Zutrauen der ähnlichen Situation
  3. Soziale Unterstützung, Lob und Anerkennung von Seiten anderer, Selbstinstruktionen
  4. Physiologische Reaktionen

Die eigenen physiologischen Reaktionen (Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern …) auf eine neue Anforderungssituation sind oft Grundlage unserer Situations- und Selbstwirksamkeitsbewertung. Ein Abbau von Stressreaktionen kann Menschen helfen, entspannter an Herausforderungen heranzugehen und sie so besser zu meistern.

Nicht zuletzt in Zusammenhang mit der vierten Quelle basiert die Selbstwirksamkeitserwartung stark auf seelisch-körperlichem Wohlbefinden des Einzelnen. Fördernd wirken daher Aktivitäten und Einflüsse, die innere Bedürfnisse in Einklang bringen mit Forderungen die das soziale Umfeld stellt. Stimmigkeit mit dem eigenen Leben und der Welt gegenüber sind Grundpfeiler einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung. Motivatoren für den Blick auf die „positive Seite der Lebensmedaille“ sowie ein aktives Herangehen an die Problemstellung ist die Konzentration auf eigene Fähigkeiten und Stärken, positive Erfahrungen und frühere Erfolge.

Zudem ist ein gewisses Maß an Gelassenheit sowie Selbstdistanz und vor allem das Vertrauen zu sich selbst notwendig.

Dinge oder Gegebenheiten die (eventuell lediglich im momentanen Zeitpunkt) nicht änderbar sind, sollten gelassen hingenommen werden.

Auch sollte sich man sich darüber bewusst sein, dass Änderungen zwar manchmal nur im Kleinen, aber dennoch möglich sind. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit verstärkt sich mit jedem, den eigenen Fähigkeiten zugeschriebenen Erfolg.

Quellen:

Ich will denn ich kann! Der Glaube an die eigene Kraft versetzt Berge, in: Psyologie Heute compact 2009/ Heft Nr. 22 “Strategien der Lebenskunst”, S.84-S.86, Dipl. Psych. Jörg Pscherer

http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstwirksamkeit

DAK-Gesundheitsresport: Schlafstörungen

20. Februar 2010

Die Wirtschaftskrise scheint in Deutschland überstanden; doch ihre Folgen treten zeitverzögert ans Tageslicht: so stellt eine kürzlich veröffentlichte DAK-Studie einen Zusammenhang her zwischen Schlafstörungen und emotionalen Belastungen am Arbeitsplatz.

Angst vor Arbeitslosigkeit, Stress im Arbeitsalltag, übermäßige Belastungen im Job, Schicht- und Nachtarbeit, seien unter anderem Gründe dafür, dass jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland „schlecht“ einschläft oder nachts aufwacht und nicht mehr einschlafen kann bzw. die Nacht im permanenten Wachzustand verbringt.

Nach der vorgelegten DAK-Studie liegt eine Schlafstörung vor, „wenn jemand mindestens vier Wochen lang drei- oder viermal in der Woche 30 Minuten oder länger benötigt, um einzuschlafen, oder nach nächtlichem Aufwachen länger als eine halbe Stunde braucht, um wieder in den Schlaf zu finden”[1].

Etwa 20 Millionen Arbeitnehmer der Bundesrepublik im Alter zwischen 35 und 65 Jahren (21% aller Befragten) gaben an, häufig an Schlafstörungen zu leiden. Nicht unbedeutend sind daher die Auswirkungen am Arbeitsplatz: ein andauernder Zustand latenter bis gravierender Müdigkeit vermindern die Leistung des Einzelnen und führen zu schlechten Arbeitsresultaten. Oftmals führen Schlafstörungen sogar zu Arbeitsausfällen, also zu Fehl-/Krankheitstagen.

Der Leiter des Interdisziplinären Forschungs-Schlaflabors an der Berliner Charité, Professor Ingo Fietze, warnte davor, Schlafstörungen zu bagatellisieren. Zu wenig Schlaf sei definitiv ungesund, betonte Fietze. Erste Studien belegten z. B. einen Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und Bluthochdruck.

Meist erst dann, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Schlafmangels nicht am Arbeitsplatz erscheint oder schwerwiegendere Auswirkungen des Nicht-Schlafen-Könnens bemerkbar sind, sucht der Betroffene professionelle Hilfe. Doch vom Arzt verschriebene Schlafmittel sind mit Vorsicht und höchster Sorgfalt anzuwenden. Untersuchungen zeigen, dass Arzneimittel als Einschlafhilfe oftmals länger eingenommen werden als empfohlen.

Menschen, die an Schlafstörungen leiden, sollten spätestens dann den Arzt aufsuchen, “wenn das Problem länger als vier Wochen andauert und es drei bis vier Mal die Woche auftritt”[2], so Fietze.

Quellen:

Ärzteblatt vom 9. Februar 2010: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40000/

Ärztezeitung vom  9. Februar 2010: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/587812/angst-jobverlust-raubt-vielen-schlaf.html

DAK-Gesundheitsreport 2010: http://www.presse.dak.de/ps.nsf/Show/03AF73C39B7227B0C12576BF004C8490/$File/DAK_Gesundheitsreport_2010_.pdf


[1] http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40000/Jeder_zweite_Arbeitnehmer_schlaeft_schlecht.htm

[2]http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/587812/angst-jobverlust-raubt-vielen-schlaf.html

Fernsehen: „Volkssport deutscher Kinder“?

20. Februar 2010

Im Durchschnitt verbringt der deutsche Bundesbürger pro Tag 3,5 Stunden vor dem Fernseher.[1] Bereits in jungen Jahren gilt Fernsehen als immens wichtige Freizeitbeschäftigung und steht nach einer Aufstellung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) in München gleich an zweiter Stelle nach Hausaufgaben machen oder lernen.

Doch nicht erst Schulkinder, sondern auch bereits Kinder unter drei Jahren verbringen viel Zeit mit dem Medium: 20% aller Kleinkinder sitzen ab ihrem ersten Geburtstag regelmäßig vor dem Flimmerkasten, und bereits ab dem zweiten Lebensjahr steigt die Zahl auf 60%.[2]

Womöglich sind sich Eltern und Erzieher über die Negativfolgen nicht immer ganz bewusst. In den USA beispielsweise geht etwa ein Drittel aller Eltern davon aus, dass Fernsehen für Kinder unter drei Jahren „bildend, unterhaltend und entspannend”[3] sei.

Auch der deutsche Fernsehsender BabyFirst preist Kleinkind-TV an als Unterstützung bei der Erziehung des Sprösslings mit seinem “elternfreundlichen Rund-um-die-Uhr-Konzept”[4].

Ausgewählte Programmtitel (“Gedankenreise”, “Gefühlsgarten”, …) suggerieren eine Förderung der Entwicklung der Sinne des Babies, doch kann Baby-Fernsehen keinesfalls eine sinnliche Erfahrungswelt generieren, so Hirnforscher Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm.

Babies und Kleinkinder benutzen in jeglichen Lernprozessen alle Sinne simultan, weshalb ein zweidimensionales Fernsehprogramm im Kleinkindalter definitiv schädlich ist.

Spitzer beteuert, dass frühes Fernsehen die Hirnentwicklung hemmt und Kinder daher „wissentlich dumm“[5] mache. Der Wissenschaftler empfiehlt daher tägliches Vorlesen als Alternative zum Knopfdruck auf den Baby-Kanal, denn wer mit Kleinkind-Fernsehen Geld verdient, handle kriminell.

Wohl aus ähnlichen Beweggründen ist in Frankreich vor kurzem Baby-TV für Kinder unter 3 Jahren verboten und bei Programmen für Kinder ab drei Jahren ein verpflichtener Warnhinweise eingeführt worden: „Fernsehen kann Kinder bei ihrer Entwicklung behindern. Es können Passivität, Sprachprobleme, Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Abhängigkeit auftreten”[6].

Quellen:

Focus Schule Online vom 30.03.2009: http://www.focus.de/schule/familie/medien-tipps/hirnforschung-baby-tv-macht-dumm_aid_385553.html

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehen

BR-Online: http://www.br-online.de/jugend/izi

BabyFirst-TV: www.babyfirstchannel.de


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehen

[2] http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/grunddaten2008.pdf

[3] http://www.focus.de/schule/familie/medien-tipps/hirnforschung-baby-tv-macht-dumm_aid_385553.html

[4] www.babyfirstchannel.de

[5] http://www.focus.de/schule/familie/medien-tipps/hirnforschung-baby-tv-macht-dumm_aid_385553.html

[6] Ebd.

Think positive – work better!

10. Januar 2010

Positiv eingestellte Schüler seien ausgeglichener und motivierter im Schulalltag, lässt eine US-Studie des Wissenschaftlers und Psychologen Martin Seligmann von der Universität Pennsylvania erkennen.(http://www.focus.de/schule/lernen/forschung/lernforschung-das-geheimnis-guter-schueler_aid_424229.html).

Hauptblockaden für gutes Lernen seien demnach Unzufriedenheit, Depression und Angst. Vor allem zu Beginn des Schuljahres, wenn es zur Umstellung von Ferien/Frei- auf Schulzeit kommt und auch in Zeiten intensiven Lern- und Prüfungsstresses, können Leistung und Engagement abnehmen.

Deshalb rät Seligmann, Kinder früh mit Tricks vertraut zu machen, die es ihnen erleichtern, mit schulischem Stress umzugehen. „Je früher Kinder lernen mit Stress umzugehen, desto besser können sie sich Herausforderungen stellen“, sagt der Spezialist. Denn im Erwachsenenalter kann beispielsweise Unzufriedenheit mit dem Arbeits- und Privatleben eine Folge von einer negativen Lebenshaltung sein.

Als besonders wichtig erachtet das Forscherteam, dass der einzelne Schüler sich über seine Charakterstärken bewusst wird und über Dinge, die ihm wichtig sind, um sich seiner selbst sicherer zu sein. Positiver Effekt einer solchen „Selbstsicherheitsschulung“ seien laut Studie eine höhere Lernmotivation und Durchsetzungsvermögen sowie ein größeres Engagement innerhalb des Klassenverbandes.

Die Schüler lernten im Rahmen der Forschungsarbeit Seligmanns, wie ihnen die das gezielte Herangehen an individuelle Probleme und/oder spezielle Entspannungsübungen hilfreich sein können, um im Schulalltag mutiger und hoffnungsvoller an Aufgabenstellungen heranzutreten.

Beispielsweise erhielten die Probanden die Anweisung, Tagebuch zu führen und jeweils drei positive Ereignisse oder Erfolgserlebnisse eines Tages fest zu halten, etwa „Ich habe eine schwierige Frage im Spanischunterricht beantworten können“. Danach analysierten die Kinder und Jugendlichen, welche Bedeutung das positive Erlebnis für sie hat und was sie tun können, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, noch mehr solcher positiver Begebenheiten zu erleben.

Das Ergebnis der umfangreichen Studie zeigte, dass unter anderem durch das Notieren von tagtäglichen Ereignissen – ob positiver oder negativer Art – viele Kinder und Jugendliche eine höhere Eigenmotivation zeigten, besser und erfolgreicher lernten sowie weniger anfällig für Angstzustände und Depressionen waren.

Doch nicht nur bei Schülern, sondern auch bei Erwachsenen im Arbeitsleben wirkt sich sogenanntes „expressives Schreiben“, das Aufschreiben von emotional eindrücklichen Erlebnissen, positiv auf das psychische Wohlbefinden aus.

Eine von Psychologen der University of British Columbia durchgeführte Unter-suchung (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=Stress&id=67073) lässt erkennen, dass das schriftliche Festhalten von Gedanken und Gefühlen über erlittene Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz (z. B. Versetzungsproblematiken, Diskriminierung, Mobbing, Demütigungen) oder ein neutrales Thema bei den einzelnen Arbeitnehmern innere Ausgeglichenheit und Wohlbefinden fördern. Frustrationen werden verringert, die im schlimmsten Fall zur inneren Kündigung führen können.

„Schreiben reduziert negative Gefühle und Gedanken und fördert konstruktive“, so die Wissenschaftler – expressives Schreiben als Technik zur Förderung der Emotionsregulation ist heute ein häufig angewandtes Kurzinterventionsverfahren, das sich wegen seines minimalen Ausmaßes und seiner Ökonomie in der Forschung etabliert hat.

Die Fähigkeit Emotionen zu regulieren trägt wesentlich zur gesunden Entwicklung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei und ist ein entscheidender Faktor für die weitere psychosoziale Anpassung und psychische aber auch physische Gesundheit in allen Altersklassen ( www.znl-ulm.de/html/schreiben.html).

„Spieglein, Spieglein… – wer ist die beste Führungskraft im Land?“

10. Januar 2010

Nicht auf Schönheit kommt es im Berufsalltag an – sondern auf Kompetenz und Wissen. Doch nicht nur Fachwissen macht eine gute Führungskraft aus; vielmehr werden heutzutage die sogenannten „Softskills“ vom Chef gefordert und gefördert. Eine gute Teamführung zeichnet sich aus durch erfolgreiche Arbeitsresultate und – durch eine gute Stimmung in der Gruppe. Ein wesentlicher Motivationsfaktor ist der Vorgesetzte selbst. Soziale Kompetenz ist die Grundlage bei der Interaktion mit Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz.

Doch: Was ist „Soziale Kompetenz“?  – Und: Kann man sie trainieren?

Verantwortlich für soziale Kompetenz sind unsere „sozialen Gehirnzellen“, die eine sozial kompetente Führungskraft geschickt „einsetzt“.

Wissenschaftler fanden vor kurzem heraus, dass sogenannte „Spindelzellen“ im menschlichen Gehirn das intuitive Verhalten bei sozialen Interaktionen kontrollieren. Jene Zellen agieren äußerst „schnell“ und sind für Empathie und Bauchentscheidungen verantwortlich. Den körperlichen Abstand zum Interaktionspartner regeln sogenannte „oszillierende Zellen“.

Neben Spindel- und oszillierenden Gehirnzellen sind bei der sozialen Interaktion vor allem „Spiegelneuronen“ im Einsatz. Diese sind dafür verantwortlich, dass im Gehirn eines Menschen, der einen anderen bei einer Tätigkeit beobachtet, die gleichen Zellen aktiv sind, wie bei dem, der eigentlich aktiv ist. Spiegelneurone spiegeln Geschehenes wider, ohne es jedoch in eine entsprechende Handlung zu überführen – das ganze geschieht auf einer unterbewussten Ebene. Die Folge sind innere Simulation und Imitation.

Ein Chef steht demnach unter ständiger (un-/unter-)bewusster Beobachtung von Seiten der Mitarbeiter. Ist der Vorgesetzte gut gelaunt und pflegt er einen positiven Umgangston, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass seine Kollegen ihm gleichkommen und ein allgemein positives Betriebsklima herrscht. Gute Stimmung am Arbeitsplatz macht Spaß, motiviert und steigert nicht zuletzt Leistung und Produktivität. Darüber hinaus werden Stresssituationen gering gehalten, was wiederum Arbeitsausfällen entgegenwirkt.

Spiegelzellen funktionieren unbewusst, wir müssen nicht darüber nachdenken. Ein geschickter Einsatz von positiven Handlungsweisen am Arbeitsplatz ist wesentlicher Bestandteil sozialer Führungskompetenz. Dennoch kann es sein, dass gewisse Blockaden beim „Kopieren“ von Positivbeispielen auftauchen.

Individuelle Lebenserfahrungen beeinflussen die Aktivität der Spiegelneuronen, so dass die Fähigkeit des Einsatzes der Zellen möglicherweise unterdrückt wird oder sogar verloren geht bei Nichtnutzung dieser. Die Erstaktivierung der Spiegelneuronen erfolgt beim Neugeborenen durch die Mutter; ab dem dritten bis vierten Lebensjahr ist die Entwicklung der Zellen abgeschlossen. Hinzu kommt, dass wir alle einen eingebauten Hemmmechanismus besitzen – was auch der Erziehung entspricht –, der verhindert, dass wir uns alle wie Marionetten gegenseitig imitieren beziehungsweise spiegeln und uns einander angleichen.

Intuitiv lassen wir uns eher vom Ranghöchsten beeinflussen, das ist am Arbeitsplatz der Chef. Dessen Leadership-Fähigkeit und soziale Kompetenz beginnt ausschlaggebend mit der Bewusstwerdung über die Funktionsweise der sozialen Gehirnzellen. Erst dann kann er vermutlich seine Fähigkeiten erkennen und trainieren.

Gleichzeitig kann der Mitarbeiter entscheiden, ob er sich im Berufsalltag lieber anstecken lässt vom Nörgler, oder von der Frohnatur, die gut gelaunt an die Arbeit geht und stets gute Laune verbreitet.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=Stress&id=67024

Kopfschmerzen bei Schülern

10. Januar 2010

Das erste Drittel des neuen Schuljahres ist fast geschafft: in ein paar Tagen stehen die Weihnachtsferien vor der Tür. Für viele der sechs- bis 18-jährigen eine Gelegenheit, sich vom Schulstress zu erholen und den Kopf frei zu bekommen.

Nicht selten brummt den Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes der Schädel: Kopfschmerzen bei Kindern werden häufiger. Experten schätzen, dass schon im Vorschulalter rund 20 Prozent betroffen sind, bis zum Ende der Grundschulzeit mehr als die Hälfte (http://www.medizinauskunft.de/artikel/familie/kinder/24_08_kinderkopfschmerz.php). Doch oft wird das Leiden nicht oder sehr spät erkannt.

Meist handelt es sich beim „Schul-Kopfschmerz“ um sogenannte Spannungskopfschmerzen. Der Einzelne leidet an leicht- bis mittelschwere Schmerzen, die im Bereich des gesamten Kopfes auftreten oder von den Schultern oder vom Nacken zum Kopf hinaufreichen. In selteneren Fällen dauern die Kopfschmerzen Stunden bis Tage an. Fühlt der Einzelne einen pochenden und meist oft nur eine Kopfseite betroffenen Schmerz, der möglicherweise mit Übelkeit und Erbrechen sowie Lichtempfindlichkeit verbunden ist, deutet dies auf Migräne hin (http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfschmerz).

Ursachen der Kopfschmerzen vermuten Experten zum einen in der Überbelastung der Schüler beim Übergang vom Ferien- in den Schulalltag sowie in äußeren Einwirkungen, wie beispielsweise emotionalem Stress des Schülers im sozialen Umfeld. Außerdem spielen Faktoren wie Ernährung eine wesentliche Rolle.

Eltern sollten vor allem in „Stressphasen“ des Schulalltags auf gesundes Essverhalten, ausreichende Flüssigkeits- und Sauerstoffaufnahme, Bewegung ihres Kindes achten. Wichtiger jedoch sei es laut Kinderarzt Uwe Büsching, vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, das Problem zu erkennen und die Beschwerden des Schülers nicht zu unterschätzen.

Klagt der Heranwachsende über Kopfschmerzen, so sollten diese ernst genommen und nicht als eventuelle „Null-Bock-Phase“ interpretiert werden. Mangelndes oder fehlendes Bewusstsein über das Problem können möglicherweise kontraproduktive Langzeitfolgen mit sich bringen.

Hilfreich ist es, wenn Eltern das Alarmsignal Kopfschmerz bei ihren Kindern ernst nehmen und sich in die Lage des Kindes hineinversetzen. Gemeinsame Unternehmungen, wie etwa ein Spaziergang im Park, ein Hallenbad- oder Kinobesuch, eine Shopping-Tour, etc. fördern eine gute Beziehung und das gegenseitige Verständnis. Sprechen Sie das Thema gezielt an und sorgen Sie für die notwendige Erholung.

Quelle: http://www.focus.de/schule/gesundheit/schulstress-alarmsignal-kopfschmerz_aid_439174.html

Von der Krise gestresst – die Wirtschaftskrise und ihre Folgen auf unser Wohlbefinden.

10. Januar 2010

Noch immer klirrt es in den Nachrichten, das Signalwort „Wirtschaftskrise“. Dass wir das Wort Krise so langsam nicht mehr hören können und wir wortwörtlich gestresst sind von ihr, lässt sich erschließen.

David Richards, Professor der Universität Exeter (UK), erläutert Auswirkungen, die die Wirtschaftskrise und ihre Begleiterscheinungen wie beispielsweise Arbeitslosigkeit und Verschuldung auf unser psychologisches Wohlbefinden haben und gibt Tipps, wie der Einzelne aktiv der negativen Stimmung entgegenwirken kann.

Zukunftsangst, Kummer, Beklemmtheit, mangelndes Selbstvertrauen treten auf, wenn plötzlich der Arbeitsplatz gefährdet ist oder es gar bereits zum Job-Verlust kam. Ohne Arbeit kein Geld, keine Wohnung, sich anhäufende Schulden, etc. – in einer nicht geringen Zahl von Fällen hat die Wirtschaftskrise erhebliche Lebensveränderungen und Problemsituationen mit sich gebracht.

Emotionale Folgeerscheinungen der Wirtschaftskrise sind offensichtlich und dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden: Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Depressivität und mangelndes Selbstvertrauen gelten als ernst zu nehmende Verhaltensänderungen, die nicht einfach so hingenommen werden sollten.

Richards rät, gezielte Maßnahmen gegen das Unglücklich-Sein und Unwohl-Sein zu ergreifen, um schwereren Depressionen oder Angstzustände vorzubeugen.

Zunächst sei es wichtig, aktiv zu bleiben, Freunde zu treffen, Sport zu treiben, die gewohnten Rituale beizubehalten, um das “persönliche System” nicht aufzugeben. Hierzu gehöre beispielsweise auch, Rechnungen nicht zu ignorieren und zeitnah zu bezahlen oder sich zumindest mit den Gläubigern in Kontakt zu treten, also aktives Schuldenmanagement zu betreiben.

Man solle der schwierigen Situation entgegentreten und seinen Lebenslauf up-to-date halten und sich nicht der (Job-)Angst geschlagen geben. Auch gesunde Ernährung gilt es, nicht zu vernachlässigen.

Zwar ist ein Durchhänger mit Kummer, Angst und Unglücklich-Sein in “Krisenzeiten” normal, dennoch sollten Symptome nicht auf die leichte Schulter genommen werden, um schwerwiegenderen psychologische Erkrankungen vorzubeugen.

Sollten Gefühle der Nutzlosigkeit und Ausweglosigkeit der Situation sich verstärken bzw. sich nach einigen Wochen nicht reduzieren, zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Quelle: http://www.nhs.uk/Livewell/Onabudget/Pages/Creditcrunchstress.aspx